Garzweiler – Proteste für eine bessere Umwelt

Weg von den fossilen Energien, weg von der Kohle und hin zu regenerativen Energien aus Wasser, Wind und Sonne. Als die Kanzlerin eine Energiewende versprach und einen Teil der Atomkraftwerke abschalten ließ, keimte in den Umweltschützern Hoffnung auf, dass auch die Kohlegewinnung in Garzweiler bald ein Ende haben würde. Doch Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat andere Pläne und möchte sich vom Braunkohleabbau in Garzweiler nicht trennen. Jetzt kam es zu einer Protestdemonstration in Garzweiler, die alles andere als friedlich verlief.

Proteste und Strafanzeigen

1.200 Demonstranten wurden in Garzweiler erwartet, 850 schafften es bis auf das Gelände, 240 wurden festgenommen und die Polizei nahm 797 Strafanzeigen der unterschiedlichsten Art auf – so sieht die nüchterne Bilanz des Protestes in Garzweiler aus. Die Polizei Düren ermittelt unter anderem wegen Hausfriedensbruch, wegen Landfriedensbruch, gegen die Störung öffentlicher Betriebe und auch wegen Waffenbesitz. 565 Personen bekamen einen Platzverweis und mussten das Gelände in Garzweiler sofort wieder verlassen. Da die Personenzahl so groß war, dass die Polizei mit dem Schreiben der Strafanzeigen nicht mehr nachkam, mussten 164 Demonstranten nach Ablauf der gesetzlich vorgeschriebenen Frist von maximal zwölf Stunden wieder auf freien Fuß gesetzt werden.

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Heftige Kritik

Als ruppig und vollkommen überzogen werteten Bürgerinitiativen und Protest-Bündnisse den Einsatz der Polizei, denn die Demonstranten hätten sich lediglich im bürgerlichen Ungehorsam geübt. Die Polizei reagierte auf diesen zivilen Ungehorsam mit Schlagstöcken und Pfefferspray, die Aktivisten wurden eingekesselt, eine Journalistin wurde verletzt. Entmutigen lassen sich die Umweltaktivisten deshalb aber nicht, denn sie wollen bis Montagabend in ihrem Protestcamp ausharren und der Polizeigewalt trotzen.

Das Ziel der Proteste

Die Aktivitäten in Garzweiler sind quasi eine Art Auftakt für die kommenden Proteste, die den Weltklimagipfel in diesem Jahr in Paris begleiten werden. Die Umweltschützer wollen darauf aufmerksam machen, wie schädlich die fossile Braunkohle besonders für das Klima ist.

Bild: © Depositphotos.com / ifeelstock

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Ulrike Dietz

Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

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