Energiewende in Frankreich – Öko statt Atom

Während Deutschland noch immer um die Energiewende ringt, will es Frankreich besser machen. Staatspräsident Francois Hollande hat seinem Land eine Blitz-Energiewende verordnet, und per Gesetz soll jetzt auf Atom Öko folgen. Bislang waren die Nachbarn in Frankreich bekennende Atomfans mit 58 Meilern, die sich kreuz und quer im Land verteilen. Damit soll jetzt Schluss sein, denn in nur zehn Jahren will Hollande sein Land komplett umkrempeln. Weniger CO2, weniger Atomkraft und mehr grüner Strom aus der Steckdose – so lautet das Motto.

Wind und Wasser

Mitte Juli hatte die französische Nationalversammlung beschlossen, das Land auf Ökokurs zu bringen und das so schnell, wie eben möglich. Das Gesetz zur Energiewende hat gleich mehrere Ziele, so soll unter anderem der Ausstoß der Treibhausgase sinken und der Strom soll in Zukunft nur noch aus erneuerbaren Energiequellen fließen. Wasserkraftwerke und Windkraftanlagen sollen die 58 Atommeiler ersetzen und der Atomstrom soll von aktuell 75 % auf 50 % heruntergefahren werden.

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Kaum Zustimmung

Die Opposition bezeichnet die Pläne der Regierung als utopisch und nicht realisierbar, außerdem würde eine solche schnelle Energiewende sehr viel Geld kosten. Das sieht die Umweltministerin Ségolène Royal erwartungsgemäß ein wenig anders, für sie ist das französische Gesetz ein einzigartiges Gesetz, das in Europa mit Sicherheit Nachahmer finden wird. Die Energiewende ist zudem eine Herzensangelegenheit des Staatspräsidenten, denn Francois Hollande will damit ein Wahlversprechen einlösen.

Wer soll das alles bezahlen?

Die Konservativen in Frankreich haben davor gewarnt, durch die Energiewende die Strompreise zu erhöhen, denn das schade auf Dauer der französischen Wirtschaft. Einige wichtige Fragen bleiben trotz des guten Willens offen, zum Beispiel die Frage, was aus den abgeschalteten Meilern wird. Bis 2025 will Frankreich mehr als 20 der 58 Reaktoren abschalten, ein ehrgeiziges Ziel, denn Deutschland legt im Vergleich dazu bis ins Jahr 2022 nur ganze neun Atomreaktoren still.

Bild: © Depositphotos.com / JEGAS_RA

Ulrike Dietz
rs-aktuell.net