Pflegereform – was ändert sich?

Das Bundeskabinett hat die zweite Stufe der Pflegereform unter Dach und Fach gebracht, und damit das Angebot an Leistungen weiter ausgebaut, sowohl für diejenigen, die gepflegt werden müssen als auch für diejenigen, die pflegen. Schon Anfang des Jahres 2015 war die erste Stufe der Pflegereform in Kraft getreten, jetzt ist auch die zweite Stufe der Reform beschlossene Sache. Was ändert sich und was ist der zentrale Punkt der zweiten Stufe der Pflegereform?

Zusätzlichen Leistungen

Der wichtigste Punkt der zweiten Stufe der Pflegereform ist, dass die Menschen, die unter Demenz leiden, den gleichen Anspruch auf Pflege haben, wie Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen. Bisher waren die Demenzkranken, die körperlich voll fit waren, im Nachteil, denn ihre Ansprüche an die Pflege wurden weniger berücksichtigt. Im Zuge der zweiten Stufe der Pflegereform gibt es in diesem Zusammenhang auch ein neues Verfahren für die Begutachtung.

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Pflegestufen und Pflegegrade

Ab sofort soll sich der Grad der Bedürftigkeit nicht mehr am zeitlichen Aufwand für die Pflege orientieren, der neue Maßstab richtet sich nach dem Grad der Selbstständigkeit. Gab es bislang vier Pflegestufen von 0 bis 3, so gibt es ab jetzt fünf Pflegegrade. Die Pflegegrade eins bis drei sind dann relevant für geringe, erhebliche und schwere Beeinträchtigungen des selbstständigen Handelns. Der Pflegegrad vier gilt bei schwersten Beeinträchtigungen und beim Pflegegrad fünf werden besondere Anforderungen an die pflegerische Versorgung gestellt.

Verschiedene Kriterien

Bei der zweiten Stufe der Pflegereform gelten andere Kriterien, wenn es um die Bedürftigkeit geht. So spielt es eine Rolle, inwiefern die Pflegebedürftigen im Alltag noch selbst zurechtkommen und wie mobil sie noch sind. Das gilt sowohl für die kognitiven Fähigkeiten als auch für die psychische Verfassung und das soziale Verhalten.

Die Beitragszahler müssen für die Pflegereform jedoch tiefer in die Tasche greifen, denn ab 2017 kostet die Pflegeversicherung 0,2 % mehr.

Bild: © Depositphotos.com / ginasanders

Ulrike Dietz
rs-aktuell.net