Selfie-Sticks an vielen Orten verboten

Wer sich derzeit in den Hotspots der Touristenmetropolen umsieht, wird sie allgegenwärtig finden. Die Rede ist von den Selfie-Sticks, ohne die viele gar nicht mehr unterwegs sind. Doch an den künstlichen Armverlängerungen scheiden sich die Geister und immer öfter werden sie an öffentlichen Orten verboten. Immer mehr Betreiber von Museen und Vergnügungsparks, aber auch von sportlichen Großveranstaltungen halten die „Krücke für die Selbstinszenierung“ für ein Sicherheitsrisiko.

In Sportstadien bereits verboten

In vielen in- und ausländischen Sportstadien sind die Selfie-Sticks mittlerweile verboten. Das Grand-Slam Tennisturnier in Wimbledon etwa hat seinen Zusehern die Nutzung komplett untersagt. Bereits im April hatten die Veranstalter in einem Schreiben an die Ticketbesitzer darauf hingewiesen und wollten damit erreichen, dass beim britischen Traditionsturnier keine Sticks mehr zu sehen sind. Auf den Internetseiten vieler Veranstalter werden sie seit kurzem auch unter den „verbotenen Gegenständen“ neben Messern, Pfefferspray oder illegalen Drogen genannt. Doch das hindert viele Fans nicht daran, Spielerinnen und Spieler nach den Matches um Selfies – ob mit oder ohne Stick – zu bitten. Angelique Kerber, derzeit Deutschlands beste Tennisspielerin, kommt diesem Wunsch gerne nach und erzählt, dass sie mittlerweile öfters um Selfies als um Autogramme gebeten werde.

Keine Selfie Sticks im Freizeitpark

Anlässlich des Starts in die diesjährige Sommersaison wurde auch im Europa-Park Rust bei Freiburg, der Selfie-Stick auf allen Fahrattraktionen verboten. Der Unternehmenssprecher des größten Freizeitparks Deutschlands, Jakob Wahl, gab dazu an, dass das Phänomen der Sticks bereits im Winter erstmals in größerem Umfang aufgetreten sei und man nun darauf reagiert habe. Die langen Kameraarme stellen ein immenses Sicherheitsrisiko dar, da sie weit über die Sitzplätze der Gäste hinaus reichen. Nach einem Zwischenfall in einem Disney-Park in Kalifornien, bei dem ein Tourist während der Achterbahnfahrt einen Stick ausfuhr, sind in allen Parks die langen Stangen nun generell untersagt. Als erste Maßnahme waren davor die Fotostangen nur in den Fahrgestängen verboten worden. Auch das Disneyland Paris hat sich dieser Vorsichtsmaßnahme angeschlossen.

Auch in Museen nicht gestattet

In Amerika möchte nun die namhafte Smithsonian Institution den Selfie Sticks ein Ende bereiten. Ab sofort sind in ihren Museen, Ausstellungen und Gärten die Teleskopstangen nicht mehr erlaubt. Als Hintergrund gab man an, dass dies zum Schutz von Besuchen, aber auch den ausgestellten Objekten geschehe, besonders wenn viel Andrang besteht. Zum weltweit größten Museums- und Forschungskomplex gehören immerhin 19 Museen, Galerien und der Zoo in Washington, aber auch neun Forschungseinrichtungen. Auch die großen Museen in New York, Los Angeles und Boston haben sich zu einem Verbot des Selfie Sticks durchgerungen. In Deutschland wurde in Berlin in zahlreichen staatlichen Museen die Teleskopstange als Fotohilfe zum Tabu erklärt. Auf dem offiziellen Hauptstadt-Portal heißt es, dass diese zu den sperrigen und scharfkantigen Gegenständen zählen, die in Museen nicht gestattet sind. Auch in die Bayerische Staatsgemäldesammlung dürfen sie in Zukunft nicht mitgenommen werden.

Trotz Verbot Werbung seitens der Hersteller

Auch in Spanien herrscht das Selfie-Stick Verbot, unter anderem im Museum Thyssen.In der Werbung ist der Stick allerdings noch lange nicht Vergangenheit. Samsung lästert in einem Werbespot über „menschliche Sardinen“, die sich noch alle ins Bild drängeln. Die Botschaft dahinter: Selfies mit Smartphone und Stick sind passé, die aktuelle Weitwinkelkamera aus der Galaxy Serie des Hersteller kann das viel besser. Auch der niederländische Internet-Versand bol.com macht Werbung mit dem Thema – und zwar genau mit dem Stick. Dieser ist wie ein privater Film, den holländische Urlauber mit vielen Selfies vom Strand, aus dem Garten oder vom See gedreht haben. Damit werden gleichzeitig mit dem Selfie Stick auch Urlaubsprodukte wie Zelte, Badesachen oder Reiseführer beworben. Das Finale des Films ist allerdings an Sarkasmus kaum zu überbieten. Denn da wird eine Szene gezeigt, in dem ein holländischer Urlauber der David-Skulptur von Michelangelo das beste Stück mit einem Selfie-Stick abschlägt.

Bild: © Depositphotos.com / Kluva

Maik Justus

Maik Justus

Maik Justus beschäftigt sich überwiegend mit den Themen Gesundheit, Abnehmen, Fitness sowie Wellness. Sich selbst beschreibt er als sehr Ehrgeizig. Maik ist Vater von 3 Kindern.
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