DRD4-7R – Das Reise-GEN

Die meisten kennen die Situation: man sieht die Dunstschleife eines Flugzeuges am Himmel und bekommt Fernweh. Oder aber man blättert in Reisekatalogen und möchte am liebsten gleich buchen. Dafür verantwortlich ist angeblich ein Gen. Dass diese bekanntermaßen für alles Mögliche zuständig sind, ist hinlänglich bekannt. Doch nun entscheidet also eine winzige Sequenz in unserer Erbinformation, ob wir neugierig auf fremde Länder und Urlaub sind.

DRD4-7R heißt das Reise-Gen

Gene bestimmen so gut wie alles in unserem Leben: Angefangen von der Augenfarbe und unserem Geschlecht bis hin zur Schuhgröße. Doch nun haben wissenschaftliche Studien ergeben, dass wir es auch diesen kleinen Sequenzen zu verdanken haben, ob wir an Fernweh leiden oder doch lieber zu Hause im Schrebergarten die Freizeit verbringen. Die Mutation auf das Gen DRD4 löst eine Erhöhung des Dopaminwertes aus. Wie man nun weiß, ist Dopamin ein Neurotransmitter im Gehirn und zuständig für Glücksgefühle, aber auch für die Konzentration auf Arbeit oder Lernen. Diese beiden Faktoren wirken sich positiv auf die Motivation und den Mut zum Risiko aus. Damit weckt die Genmutation die Neugier auf alles was sich hinter der nächsten Ecke verbergen könnte – bei Kindern gleichermaßen wie bei Erwachsenen.

Goa Travel in Style: Luxusurlaub *
  • Christine A Döring
  • Herausgeber: International Travel Books

Das Reise-Gen kann noch mehr

Die Forschung geht nun noch einen Schritt weiter, denn dem Gen wird nicht nur die allgemeine Reiselust und Rastlosigkeit zugesprochen. Was Bestandteil der Travelholics moderner Zeiten ist, gab es schon immer und war vermutlich Auslöser für einen echten Meilenstein in der Evolutionsgeschichte. Gemeint ist damit die weltweite Ausbreitung des Menschen, die vor knapp 70.000 Jahren in Afrika ihren Anfang nahm. Klar ist, dass der Neanderthaler dieses Gen noch nicht hatte. Die Schlussfolgerung ist damit klar: Er hätte einige hunderttausend Jahre Zeit gehabt, die Welt zu entdecken, blieb aber fast nur rund um seine Feuerstelle. Der Homo sapiens dagegen war von Anfang an rastlos.

Reise-Gen steuert inneren Trieb

Svante Pääbo, der Direktor des Max-Planck-Institutes in Leipzig macht klar, dass kein anderes Säugetier so viel umherzog wie der Homo sapiens. Das führt er darauf zurück, dass das Reise-Gen einen inneren Trieb steuert und damit unsere Vorfahren vor knapp 70.000 Jahren von Afrika in die Welt hinaus trieb. Ganze Stämme folgten ihren Häuptlingen, die offenbar alle über DRD4-7R verfügten, in die weite Welt um ihre Lebensbedingungen zu verbessern.

Mission der Erderoberung gelang

Obwohl man damals davon ausging, dass die Erde eine Scheibe war, machte sich die Menschheit auf, weitentlegene Landschaften zu entdecken und in Besitz zu nehmen. Trotz der ständigen Angst, zu weit an den Rand zu gelangen, entdeckte man etwa vor knapp 2500 Jahren eine abgelegene Insel im Südpazifik, die sagenhafte 5000 Kilometer weit von der bis dahin bekannten Welt entfernt lag. Auch der Entdecker James Cook stellte bei einem polynesischen Seemann, den er auf seiner Endeavour mitnahm, das Reise-Gen fest, denn der Einwohner aus Tahiti führte ihn ohne Kompass, Karte oder Sextant bis zur Insel, die 500 Kilometer weit entfernt lag. Dabei wusste der Mann immer, in welcher Richtung seine Heimat lag.

Reise-Gen hat weitreichende Auswirkungen

Laut Forschern haben circa ein Fünftel der Weltbevölkerung das Reise-Gen in sich. Doch diese Mutation ist nicht nur für die bereits beschriebene Reise- und Entdeckerlust zuständig. Die Konsequenzen sind viel weitreichender. Denn um auch immer überall hinzukommen, wo es die Menschen gerade hintrieb, wurden entsprechende Fahrzeuge entwickelt. Diese brachten sie sogar auf den Mond und auch der Mars ist schon längst ins Visier geraten. Schiff, Kutsche, Fahrrad und Auto, aber auch Flugzeug und Raumschiff wären nicht erfunden und entwickelt worden, hätten nicht einige Tüftler mit dem Reise-Gen jahrelang an ihrer Idee verbissen festgehalten. Damit hat DRD4-7R nicht nur das Fernweh und den Tourismus zu einer echten Entwicklung verholfen, sondern in gewisser Weise auch die technische Entwicklung selbstverständlich gewordener Fahrzeuge von heute.

Bild: © Depositphotos.com / galdzer

Maik Justus

Maik Justus

Maik Justus beschäftigt sich überwiegend mit den Themen Gesundheit, Abnehmen, Fitness sowie Wellness. Sich selbst beschreibt er als sehr Ehrgeizig. Maik ist Vater von 3 Kindern.
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