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Urlaub am Meer – eine ziemlich teure Angelegenheit » Reise Urlaub

Die Deutschen machen gerne Urlaub im eigenen Land, wobei vor allem die Küsten an Nord- und Ostsee sehr hoch im Kurs stehen. Regelmäßig finden sich in den Sommermonaten Tausende von Urlaubern an den Stränden zwischen Sylt und Rügen, um in der Sonne zu liegen, im Meer zu schwimmen und sich abzocken zu lassen. Die sogenannte Kurtaxe ist immer wieder Anlass für Ärger, aber nicht nur das, es sind auch die zahlreichen Verbote und Regeln, der schlechte Zustand vieler Strände und die vielen Pflichten, die den Urlaub am Meer zu einem Ärgernis machen.

Strände, die ihren Namen nicht verdienen

Wenn die Badesaison beginnt, dann wünscht man sich einen breiten, feinsandigen Strand mit Dünen und einem sauberen Meer. Wer in einigen Regionen an Nord- und Ostsee einen Urlaub am Meer verbringt, der wird davon nicht mehr viel finden. Da stehen die Strandkörbe so dicht, dass diejenigen, die hinten sitzen, das Meer überhaupt nicht mehr sehen können. Dort, wo eigentlich der Sandstrand beginnen sollte, ist plötzlich ein Weg aus Waschbetonplatten und eine kleine, dreckige und gefährlich glitschige Treppe führt direkt ins Meer. Das Wort Meer ist hier vielleicht auch stark übertrieben, denn vielfach ist es nur eine Art Pfütze, die mit Bojen begrenzt wird und man watet in einem zähen schwarzen Schlamm, der nach einigen Metern zu einem echten Schlammbad wird.

Zuerst muss bezahlt werden

Wer an einem solchen zweifelhaften Strand die Sonne genießen möchte, der muss zuerst an einem hohen Zaun vorbei. Das geht nur mit einer sogenannten ServiceCard oder mit dem Nachweis, dass man für den Urlaub am Meer auch die Kurtaxe bezahlt hat. Schwarz baden ist nicht drin. An einigen Stränden stehen praktische Ticketautomaten, an denen man den Eintritt für den Strand zahlen muss, denn sonst wird es nichts mit dem Strandleben. Andere Orte haben kleine Häuser am Strandeingang stehen und da alles ringsherum eingezäunt ist, muss der Strandurlauber wohl oder übel daran vorbei und bezahlen. Fast bekommt man den Eindruck, als wäre es den Orten am Meer kein Vergnügen, Feriengäste zu begrüßen, sondern ein stetiger Hinweis auf die unendlich schwere finanzielle Last, die sie zu tragen haben.

Urlaub am Meer – Regeln und Verbote

Neben der finanziellen Belastung und dem schlechten Zustand vieler Strände sind es die Regeln, Pflichten und Verbote, die den Feriengästen den Urlaub am Meer vermiesen. In der Lübecker Bucht sind die Strände sehr schmal und nicht sonderlich attraktiv, aber es gibt die Pflicht, einen Strandkorb zu mieten, einfach auf dem Handtuch liegen ist verboten. Sylt ist die wohl bekannteste deutsche Insel und wer einen Urlaub am Meer mit einem landschaftlich schönen Strand verbringen will, der ist auf Sylt richtig. Aber halt, auch hier gibt es für den Sommer 2017 verschärfte Regeln und eine Menge Verbote. Verständlich ist ein Flugverbot für Drohnen, aber auch einen Drachen steigen zu lassen, ist nicht mehr erlaubt. Nach 17:00 Uhr darf am Strand nicht mehr gefeiert, musiziert oder ein Lagerfeuer entfacht werden, auch das Buddeln im Sand gehört der Vergangenheit an. Ebenso wenig ist es erlaubt, Sandburgen zu bauen oder Löcher zu graben, aber das würden sowieso nicht funktionieren, denn die Urlauber dürfen keine Schaufeln mitbringen.

Freie Bürger für freie Strände

Es gibt immer mehr Bürger, die sich die Bevormundung an deutschen Stränden nicht mehr gefallen lassen. Sie ziehen vor Gericht und klagen ihr Recht ein, nachdem jeder Bürger dieses Landes das Recht hat, zum Beispiel kostenlos am Strand zu wandern. Das Bundesnaturschutzgesetz schreibt vor, dass das Land seinen Bürgern einen stets freien Zugang zur Natur ermöglichen und sogar fördern muss.

Noch bleibt die Hoffnung, dass sich die Lage an den deutschen Stränden bessert, denn ein Verfahren wird gerade vor dem Bundesverwaltungsgericht verhandelt.

Bild: © Depositphotos.com / Maridav

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Urlaub am Meer – eine ziemlich teure Angelegenheit
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Über den Autor Ulrike Dietz

Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

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