Randale an Bord – wie sich Flugbegleiter gegen Fluggäste wehren » Reise Urlaub

Immer häufiger berichten die Airlines von heftigen Attacken gegen das Bordpersonal, und die Zeiten, in denen die Flugbegleiter die Störenfriede mit Handschellen und Klebeband in den Griff bekommen haben, sind lange vorbei. „Unruly passenger“, so nennen die Flugbegleiter diejenigen an Bord, die randalieren, pöbeln und tätlich werden. Die Auswahl reicht hier vom Millionär, der seine bevorzugte Champagner-Sorte nicht bekommt bis zum volltrunkenen Fußballfan, dessen Mannschaft verloren hat.

Würgen und schreien

Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 wird erfolgreich verhindert, dass Passagiere Waffen mit an Bord eines Flugzeugs nehmen, aber gegen eine andere Waffe sind die Airlines machtlos – den Menschen. Da wird die Stewardess angeschrien, wenn sie einen Fluggast auffordert, das Handy auszumachen, und zwei Fluggäste kriegen sich so sehr in die Haare, dass der eine den anderen schließlich würgt. Immer wieder gibt es handfeste Streitigkeiten mit den Passagieren, die unbedingt die Flugzeugtür öffnen wollen, zum einen, weil sie rauchen möchten und zum anderen, weil sie frische Luft schnappen wollen. Zwischen 2007 und 2015 wurden fast 50.000 Attacken auf 1200 Flügen gemeldet, und die Zahlen steigen weiter.

Kampfsport und Elektroschocker

Rund 40 % der Airlines mussten wegen eines Vorfalls an Bord schon einmal unplanmäßig landen, was jedes Mal 200.000 Dollar kostet und bis zu 24 Stunden Verspätung bedeutet. Um den zunehmenden Krawallen Paroli bieten zu können, müssen die Fluggesellschaften aufrüsten, Klebeband und Handschellen, die auf jedem Flug dabei sind, reichen nicht mehr aus, um randalierende Passagiere in Schach zu halten. Eine russische Billigfluglinie will ihre Mitarbeiter in Judo trainieren lassen und wenn ein Fluggast dann aus der Reihe tanzt, wird mit Kampfsporttechniken für Ruhe gesorgt. Im Repertoire sind neben Würfen und Tritten auch gezielte Schläge und Würgegriffe. Korean Air will sich nicht auf Kampfsport verlassen, hier werden die Flugbegleiter in Zukunft zum Elektroschocker greifen, um die zwischenmenschlichen Probleme an Bord aus der Welt zu schaffen.

Auch die Fluglinien in den USA denken darüber nach, ihre renitenten Fluggäste zu schocken, wenn sie sich nicht zu benehmen wissen.

Bild: © Depositphotos.com / leungchopan

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Über den Autor Ulrike Dietz

Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

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