Urlaub in Nordkorea – Willkommen in der Diktatur

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Zwei Gruppen von Menschen werden sich den Traum von einen Urlaub in Nordkorea nicht erfüllen können: Südkoreaner und Journalisten, alle anderen sind herzlich willkommen. Das hermetisch abgeriegelte Land braucht Devisen und das erklärt, warum man an die großen Reiseveranstalter mit der Bitte herangetreten ist, einen Urlaub in Nordkorea ins Programm aufzunehmen. Einige Neugierige haben die Gelegenheit genutzt und die Ferien in der Diktatur gebucht. Nicht alle waren begeistert, aber erstaunlicherweise waren einige recht angetan von einem Land, das zwar landschaftlich viel zu bieten hat, aber in den für Touristen interessanten Punkten leider noch ein wenig schwächelt.

Keine allzu hohen Erwartungen haben

Wer einen Urlaub in Nordkorea plant, der sollte seine Erwartungen nicht zu hoch schrauben, auch wenn es um die Unterbringung im Hotel geht. Das 21. Jahrhundert hat in Nordkorea noch nicht begonnen und die Zimmer in den Hotels haben daher einen etwas altmodischen Charme. Im Klartext heißt das, die Möbel waren vor 50 Jahren in Europa modern, die Elektrogeräte wie der Kühlschrank, der Fernseher und der Föhn sind ebenso alt und daher kaputt. Warmes Wasser gibt es wie Strom auch, nur sporadisch und wenn man die Fenster öffnet, dann kann man die dreckige Luft einatmen, die von den Kohlekraftwerken erzeugt wird. Im besten Hotel in der Hauptstadt Pjöngjang gibt es sogar ein Spa-Angebot, das sich allerdings auf eine Badewanne mitten im Zimmer beschränkt.

Wie ist das Essen?

Wer gerne Obst isst, der hat bei einem Urlaub in Nordkorea Pech, denn frisches Obst wird so gut wie nirgendwo angeboten. Dafür wird zum Frühstück schon mal Hund angeboten, und zwar zusammen mit einem Getränk, das entfernt an Kaffee erinnert. Dazu werden Weißbrot, künstlicher Honig, wahrscheinlich Butter und Gurken serviert. Vom Verzehr der Wurst wird dringend abgeraten, da nicht genau geklärt werden kann, um welchen Inhalt es sich handelt. Einige Touristen sind im Urlaub in Nordkorea zu der Erkenntnis gekommen, dass das Essen nicht das Schlimmste ist, man sollte glücklich sein, überhaupt etwas zum Essen bekommen zu haben.

Urlaub in Nordkorea – Urlaub mit Überwachung

Zwar lässt Nordkorea heute Touristen ins Land, aber Bewegungsfreiheit darf man nicht erwarten. In einigen Hotels in der Hauptstadt werden die Gäste eindringlich davor gewarnt, das Hotel nicht weiter als in einem Radius von 50 m zu verlassen und dieser Radius ist durch deutliche Markierung nicht zu übersehen. Grundsätzlich gilt, man sollte nicht alleine bis zur nächsten Kreuzung gehen, aber da die Touristen nur unter ständiger Bewachung im Bus gefahren werden, bleibt auch nicht viel Gelegenheit, sich zu Fuß umzuschauen. Angeblich hört der Staat in den Hotelzimmern mit und daher ist es immer besser, keine allzu laute Kritik am großen Führer Kim Jong-un zu äußern und auch die Bilder an den Wänden, die das nordkoreanische Militär zeigen, sollten nicht umgedreht werden. Wenn das Hotel zu einem geselligen Kegelabend einlädt, dann sollte man dieser Einladung Folge leisten, damit in der Zwischenzeit die Zimmer der Gäste durchsucht werden können.

Bitte nicht wundern

Das Computerzeitalter ist in Nordkorea leider noch nicht angekommen und das Internetangebot umfasst gerade einmal drei verschiedene Seiten. Mails aus dem Ausland können nicht empfangen werden, aber die Touristen dürfen eine Mail am Tag verschicken und das kostet nur einen Euro. Wenn die Badewanne bei der Ankunft bereits gefüllt ist, dann sollte man das als Service des Hotels verstehen, denn so will man sicherstellen, dass die Gäste baden können, auch wenn es kein Wasser gibt. Im Gepäck sollte auf jeden Fall eine Taschenlampe sein, denn Stromausfälle sind an der Tagesordnung. Fahrstuhlfahren sollte man nur, wenn man keine Platzangst hat, denn der Lift setzt sich nur dann in Bewegung, wenn er so voll ist, dass beim besten Willen niemand mehr hineinpasst.

Bild: © Depositphotos.com / ellandar

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Über den Autor Ulrike Dietz

Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

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