Was tun gegen Flugangst?

„Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“, sang Reinhard Mey, aber jeder Dritte Flugreisende wird dem Liedermacher eher nicht zustimmen, denn jeder Dritte leidet unter Flugangst und fühlt sich über den Wolken alles andere als wohl. Die Welt ist groß und interessant, aber viele schöne Reiseziele sind nur mit dem Flieger zu erreichen und damit für diejenigen unerreichbar, die Angst vor dem Fliegen haben. Der Schauspieler Mario Adorf sagte einmal, dass er keine Angst vorm Fliegen habe, er habe lediglich Angst vor einem Absturz. Diese Aussage werden wohl alle sofort unterschreiben, die sich vor dem Fliegen fürchten.

Wie äußert sich Flugangst?

Menschen, die unter Flugangst leiden, bekommen schon Schweißausbrüche, Herzrasen und weiche Knie, wenn sie nur daran denken, in ein Flugzeug steigen zu müssen. Sie haben Angst davor, ausgeliefert zu sein, nicht in das Geschehen eingreifen zu können, denn anders als im Auto oder im Zug kann man aus einem Flugzeug nicht einfach so aussteigen. Wer einmal drin sitzt, der muss bis zum Zielflughafen ausharren und dieser Gedanke behagt nicht jedem. Die Angst vor dem Fliegen trifft übrigens alle, Gelegenheitsflieger ebenso wie Geschäftsreisende, die viel mit dem Flugzeug unterwegs sind und eigentlich schon Routine haben müssten. Aber wie kann man die Angst überwinden, sich in ein Flugzeug zu setzen? Im Grunde ist das nicht allzu schwer.

Stress abbauen und immer richtig atmen

Wer Flugangst hat, der kommt sehr schnell unter enormen Stress und es entsteht praktisch Stress vor dem Stress. Um sich nicht durch Hektik noch mehr zu stressen, sollte der Koffer schon am Vortag gepackt werden. Auch der Check-in sollte so früh wie möglich erfolgen, ebenso wie der Transfer zum Flughafen, denn wer alles perfekt organisiert, der wird mit Stress keine Probleme mehr haben. Wichtig ist auch die richtige Atmung, denn durch sie kann eine plötzliche Panikattacke vermieden werden. Im Flugzeug sollte man sich gerade hinsetzen, die Beine fest auf den Boden stellen und kontrolliert ein- und ausatmen. Das sorgt auch über den Wolken für die nötige Erdung.

Vorher essen und das Flugpersonal einweihen

Es ist keine Schande, unter Flugangst zu leiden, deshalb sollte sich auch niemand scheuen, das Bordpersonal einzuweihen. Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter haben Erfahrung mit ängstlichen Passagieren und können entsprechend beruhigend auf den Passagier einwirken, ihn aber auch ablenken, damit er seine Angst vergisst. So fällt die Nervosität weg, denn man fühlt sich gut aufgehoben und verstanden. Es ist keine gute Idee, mit leerem Magen in den Flieger zu steigen, denn das flaue Gefühl verstärkt sich noch und kann sehr unangenehm werden. Besser ist es, vor dem Flug noch etwas Leichtes zu essen und vor allem viel zu trinken, koffeinhaltig oder mit Alkohol sollten die Getränke allerdings nicht sein.

Ablenken und relaxen

Eine kleine Plauderei mit dem Sitznachbarn, ein spannendes Buch oder die Lieblingssongs über Kopfhörer – es gibt vieles, was von der Angst vorm Fliegen ablenken kann. Bei Langstreckenflügen ist es zudem ratsam, hin und wieder mal aufzustehen, den Gang auf und ab laufen oder vielleicht das Bordpersonal zu besuchen. Relaxen ist ebenfalls eine gute Idee um die Flugangst in den Griff zu bekommen. Mit einer einfachen Übung kann die Nervosität gesenkt werden: Die Schultern werden für die Dauer von zehn Sekunden bis zu den Ohren gezogen. Während dieser zehn Sekunden atmet man ein und beim Ausatmen werden die Schultern dann wieder entspannt. Wer diese Übung fünfmal wiederholt, der wird sich deutlich wohler und nicht mehr so angestrengt fühlen. Auch kreisende Bewegungen rund um den Bauchnabel können dabei helfen, dass der Flug zu einem stressfreien Erlebnis wird.

Wenn die Angst zu übermächtig wird, dann können leichte Beruhigungsmittel helfen, die der Arzt verschreibt und diese Medikamente sollten im Handgepäck immer dabei sein.

Bild: © Depositphotos.com / Maridav

Ulrike Dietz
rs-aktuell.net