Die gefährliche Verschuldung der US-Haushalte

Schulden zu machen ist heute für viele Menschen zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Wenn wie aktuell die Zinsen sehr niedrig sind, dann entscheiden sich viele für einen Kredit, der vermeintlich günstig ist. In Deutschland hat jeder Haushalt im Schnitt Schulden in Höhe von knapp 35.000 Euro, aber diese Summe ist noch gering, denn es sind z. B. in den USA mehr als 132.529 US-Dollar pro Haushalt. Warum die Summe um so viel höher ist, das erklärt sich auch am Einkaufsverhalten der Amerikaner, denn alleine die Verschuldung durch Kreditkarten liegt schon bei 16.000 Dollar pro Haushalt.

Die Löhne steigen nicht mit

16.000 Dollar allein für Kreditkartenschulden, wenn die anderen Schuldenfaktoren wie zum Beispiel Hypothekenschulden noch dazu gerechnet werden, dann wird daraus die extrem hohe Summe von 132.529 Dollar. Wenn man im Vergleich dazu die Verschuldung von 88.000 Dollar aus dem Jahr 2002 sieht, dann stellt sich die Frage, was ist in den vergangenen 14 Jahren passiert, dass der Schuldenberg so enorm anwachsen konnte? Die Antwort ist relativ einfach, denn während die Lebenshaltungskosten um 30 % gestiegen sind, stieg das Einkommen der US-Bürger im gleichen Zeitraum nur um 28 %. Auch die Kosten für die medizinische Versorgung sind um 57 % gestiegen, Lebensmittel wurden um 36 % teurer, die Kosten fürs Wohnen stiegen um 32 % an.

Eine große Lücke

Da die Kosten für die Lebenshaltung schneller als die realen Löhne steigen, entsteht eine große Lücke und diese Lücke versuchen viele Amerikaner mithilfe ihrer Kreditkarte zu schließen. Leider wird aus diesem Vorhaben oftmals eine dauerhafte Lösung und damit geraten immer mehr amerikanische Haushalte in eine Schuldenfalle, da die Kreditkarte immer noch die wohl teuerste Art ist, um sich Geld zu leihen. Was diese Form der Verschuldung so teuer macht, das sind die Zinsen, die für die Kreditkarten berechnet werden und die in den USA aktuell bei fast 19 % liegen. Damit muss jeder Haushalt in den Vereinigten Staaten in nur einem Jahr knapp 1300 Dollar nur für die Begleichung der Zinsen aufbringen.

Die Wirtschaft wächst

Die Wirtschaftslage in den USA ist nicht so schlecht, sie wächst sogar und die Firmen haben gut gefüllte Auftragsbücher. Aber der durchschnittliche Amerikaner kann von diesem Wirtschaftswachstum nicht profitieren, denn während die Wirtschaft des Landes wächst, stagnieren die Löhne und die Lebenshaltungskosten steigen stetig weiter. Das hat zur Folge, dass die amerikanischen Familien immer mehr an Kaufkraft verlieren. Aber es sind noch andere Faktoren, die den Schuldenberg der US-Amerikaner wachsen lassen, zum Beispiel die sehr teuren Studiendarlehen.

Die Kosten explodieren

Jeder Amerikaner, der studieren möchte, der will das nach Möglichkeit an einer der renommierten Universitäten des Landes, wie zum Beispiel in Yale, Princeton oder Harvard. Aber ein Studium an einer dieser Universitäten kostet sehr viel Geld. Es ist normal, sich für das Studium zu verschulden und diesen Kredit später auch zurückzuzahlen, aber in den vergangenen zehn Jahren ist die Studienquote auf diesem Sektor regelrecht explodiert. Waren es vor der weltweiten Finanz-und Wirtschaftskrise im Jahr 2008 noch die hohen Kreditkartenschulden, so sind es heute die Studiengebühren, die den Amerikanern schwer zu schaffen machen. Nach wie vor ein Thema sind zudem die Hypothekenschulden, die viele amerikanische Haushalte drücken. Auf der einen Seite ist es natürlich eine gute Nachricht, dass die Amerikaner ihr Geld zum einen in die Bildung und zum anderen in ein gemütliches Zuhause investieren, aber es bleiben die sehr teuren Zinsen für die Kreditkarten und die daraus resultierenden hohen Schulden.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die wirtschaftliche Lage unter dem neuen Präsidenten Donald Trump entwickeln wird und ob sich das Leben der normalen US-Bürger ändert. Vielleicht ändert es sich zum Positiven, denn schließlich lautete Trumps Motto „Make America great again“.

Bild: © Depositphotos.com / Wavebreakmedia

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz

Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.
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