Theresa May – die neue Bewohnerin der Downing Street 10

Sie mag ausgefallene Schuhe, sie gilt als Hardlinerin und ihr Spitzname „Iron Maiden“ lässt erahnen, wer in Großbritannien in Zukunft das Sagen hat. Die Frau, über die im Königreich nicht nur wegen ihres extravaganten Schuhgeschmacks heftig diskutiert wird, heißt Theresa May und sie hat die denkbar schwere Aufgabe, die Briten aus der europäischen Familie zu lösen. Am 13. Juli 2016 wird sie die Nachfolgerin von David Cameron antreten, da sie aber nicht vom Volk gewählt wurde, weht ihr von der Bevölkerung der Insel ein heftiger Wind entgegen.

Die Macht der Frauen

Aus Island stammt die Legende, dass wenn die Männer die Probleme der Welt in ihre Einzelteile zerlegen, sie ausgiebig diskutieren und sie schließlich zu einem handlichen Paket geschnürt haben, die Frauen an der Reihe sind, um aufzuräumen und durchzulüften. Es waren die Trümmerfrauen, die das von Männern verursachte Chaos wieder aufgeräumt haben und jetzt, wo die EU vor dem Auseinanderbrechen steht, sind es wieder Frauen, die aufräumen müssen. Theresa May kann eine dieser Frauen werden, denn ihr trauen politische Weggefährten zu, für Ordnung zu sorgen. Mays Parteikollegin Anna Soubry fand daher auch deutliche Worte, als sie sagte: „Wir haben genug von den chaotischen Jungs“, und eine Frau an der Spitze Großbritanniens forderte. Mit Theresa May geht der Traum der Wirtschaftsministerin jetzt in Erfüllung, denn nach der „Eisernen Lady“ Margret Thatcher wird jetzt die „Eiserne Jungfrau“ das Regiment übernehmen.

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Wer ist Theresa May?

Geboren wurde Theresa May am 1. Oktober 1956 im englischen Eastbourne. Die Tochter eines Pfarrers studierte in Oxford Geografie und arbeitete nach dem Studium unter anderem für die Bank of England. 1992 ging sie in die Politik und war zwischen 2002 und 2003 der „Chairman“ der Konservativen Partei. May gilt als liberal und fortschrittlich, aber sie denkt und handelt weitaus konservativer als viele ihrer Parteigenossen. So schaffte sie während ihrer Zeit als britische Innenministerin zum Beispiel das zweijährige Visum für die Uniabsolventen ab, die aus dem Ausland kamen, sie führte eine Art Gesundheitsgebühr für Arbeitnehmer aus dem Ausland ein und sie will Flüchtlinge nicht in Europa haben, ihnen aber im Nahen Osten helfen. Theresa May ist eine Gegnerin der Europäischen Menschenrechtskonvention und ein Bleiberecht für EU-Bürger in Großbritannien möchte sie nicht garantieren.

In bester Gesellschaft

Theresa May ist nicht die einzige Hardlinerin, die in Europa das Sagen hat, sie reiht sich vielmehr in eine Gruppe von Frauen ein, die entweder schon an der Spitze ihres Staates stehen, oder in zweiten Reihe auf ihre Chance warten. Was auffällt, ist, dass die Mehrzahl dieser Frauen den Nationalismus wieder in Europa verankern wollen. Ein Beispiel ist Beata Szydło, die seit 2015 mit der nationalkonservativen PiS-Partei Polen regiert, aber auch Frauke Petry, die Frontfrau der AfD wartet auf ihre Chance . In Frankreich steht Marine Le Pen, die Chefin des Front National bereit, das Ruder zu übernehmen und in Norwegen kann sich die Finanzministerin und Vorsitzende der rechts gerichteten Fortschrittspartei Siv Jensen, Hoffnungen auf einen Wahlsieg machen. Pia Merete Kjærsgaard von der Dansk Folkeparti führt die dänischen Rechtspopulisten an und Anke Van dermeersch steht an der Spitze von Vlaams Belang, der rechtsextremen Volkspartei in Belgien.

Eine bleibt cool

Angela Merkel wird gerne als die mächtigste Frau in Europa bezeichnet, und genau sie reagiert etwas verschnupft auf Theresa May, denn sie ahnt vielleicht, dass ihr die starke Frau in London das Leben sehr schwer machen kann. Schon die Worte „Brexit means Brexit“, kamen in Berlin nicht so gut an, denn wenn man Insidern glauben darf, dann hätte die deutsche Bundeskanzlerin insgeheim gehofft, die Briten doch noch zu einem zweiten Referendum überreden zu können.

Bild: © Depositphotos.com / lucianmilasan

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz

Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.
Ulrike Dietz

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