Pflanzenfressende Wanzen beissen Menschen

In Deutschland hat sich das Fressverhalten einer bestimmten Wanzenart verändert und zwar würde die Weichwanzenart Psallus varians verstärkt Menschen stechen, statt Pflanzen fressen. Dieses Verhalten stellte der Wanzenexperte vom Frankfurter Senckenberg Forschungsinstitut, Wolfgang Dorow, fest. Seinen Angaben zufolge bekam er dutzende Berichte, in denen Menschen von den Wanzen gebissen wurden. Vor allem in Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen wurde das veränderte Fressverhalten verzeichnet.

Die Weichwanzenart Psallus varians misst nur ein paar Millimeter und findet sich sowohl auf Buchen als auch Eichen. Sie saugen Baumpollen und Blattläuse aus, die ihnen als Nahrungsquelle dienen. Nur in seltenen Fällen würden sie Menschen stechen.

Die Unwetter der letzten Wochen sind offenbar verantwortlich für das unnormale Verhalten der Wanzen. Der Starkregen und die gewitterhaltige feuchtwarme Luft führte nach Berichten in sozialen Medien wie Facebook zufolge zu einem schwarmhaften Auftauchen der Wanzen. Entzündete Stechwunden seien ebenfalls der Fall gewesen. Der Stich der Weichwanzenart Psallus varians kann schmerzhaft sein, doch dabei zeigt sich keine Hautrötung wie nach einem Mückenstich. Die Entzündung gestochener Stellen durch die Wanzen resultiert dem Wanzenexperten zufolge aus einer allergischen Reaktion. Die Psallus varians kann seinen Informationen nach keine Krankheiten übertragen.

Das massenweise Auftreten der pflanzenfressenden Wanzen bezeichnete er gegenüber dem Radiosender Hit Radio FFM als ein Phänomen. Warum sich die Wanzen derzeit so verhalten würden, konnte er sich nicht erklären. In ganz Deutschland existieren rund 900 Wanzenarten, von denen nur fünf Blutsauger sind. Die Blutsauger unter den Wanzen ernähren sich vom Blut der Fledermäuse, Vögel und Menschen.

Der Klimawandel könnte auf lange Sicht das Verhalten von Säugetieren und Insekten verändern. In den letzten Jahren sind heimische Spezies wie die Große Winkelspinne größer geworden und zwar sind schon Exemplare mit einer Körpergröße von 10 Zentimetern gesichtet worden. Die Große Winkelspinne und zahlreiche weitere Spinnenarten und Insektenarten sind für uns Menschen ungefährlich. Wenn die Unwetter anhalten sollten, könnte sich dies langfristig negativ auf das Fressverhalten der Tiere auswirken, indem sich ihr Beuteschema ändert.

Andreas Kraemer

Andreas Kraemer

Andreas Krämer ist seit über 12 Jahren als Texter mit seinem Schreibbüro (www.sauerlandtext.de) aktiv. Er hat sich auf die Erstellung von Fachtexten, Blogbeiträgen, Newsartikeln und App-Testberichte für kommerzielle Webseitenbetreiber sowie Printmedien spezialisiert.
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