Ohne Korruption braucht Griechenland kein Geld aus der EU » Reise Urlaub

Die Griechenlandkrise ist in den letzten Wochen durch andere Schlagzeilen etwas in den Hintergrund getreten, finanzielle Probleme hat das Land aber trotzdem mehr als genug. Jetzt meldet sich Leandros Rakintzis zu Wort, der Chef der griechischen Behörde zur Bekämpfung der Korruption, und er sagt: Griechenland müsste keine Finanzhilfen der EU in Anspruch nehmen, wenn das Land konsequenter die Korruption bekämpft.

Mehrere Milliarden im Jahr

Nach Angaben von Leandros Rakintzis gehen dem griechischen Staat jedes Jahr 33 Milliarden Euro durch Korruption verloren. Der Chef der Behörde nannte in einem Gespräch mit der Athener Zeitung Kathimerini auch gleich mehrere Beispiele. So erhielt ein Bürgermeister zehn Millionen Euro aus einem von der EU finanzierten Fonds, um die Infrastruktur in seiner Gemeinde zu verbessern. Das Geld wurde jedoch auf ein Konto bei einer Schweizer Bank eingezahlt, denn der Bürgermeister und Kontoinhaber war der Ansicht, dass es dort sicherer ist.

Verbotene Praxis

Wenn Ärzte Griechenland in einem der staatlichen Krankenhäuser arbeiten, dann ist es verboten, dass sie noch eine private Praxis haben. Ein Arzt hielt sich nicht an das Gesetz und wurde erwischt. Als Mitarbeiter der Kontrollbehörde den Mediziner nach einem Hinweis zu Hause besuchten, saßen in seinem Wartezimmer sieben Patienten. Der Arzt behauptete, das seien alles Verwandte, die ihm zum Geburtstag gratulieren wollten.

Die Kouvanischen Gelder

Auch die sogenannten Kouvanischen Gelder machen der Behörde gegen Korruption das Leben schwer. Auch hier spielen wieder Ärzte die Hauptrolle, die teure medizinische Hilfsmittel, wie zum Beispiel Ballonkatheter für Herzuntersuchungen, als nicht geeignetes Material einfach in den Eimer (griechisch: Kouvas) werfen. Die Krankenhäuser müssen beim Hersteller neue Hilfsmittel kaufen und die Ärzte erhalten dann von den jeweiligen Pharmaunternehmen oder Herstellern medizinischer Geräte ein kleines „Dankeschön“ in Form von Geld.

Wie Griechenland die Korruption unter Kontrolle bekommen will, dazu gibt es bis heute keine konkreten Pläne.

Bild: © Depositphotos.com / vepar5

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Über den Autor Ulrike Dietz

Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

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