Onlinehandel negativ für innerstädtische Geschäfte » Reise Urlaub

Der Deutsche Städte-, und Gemeindebund hat vor der Schließung von bis zu 50.000 innerstädtischen Geschäften auf Grund des Booms des Onlinehandels gewarnt. Die leeren Schaufenster in den Innenstädten führen zu einer Abwärtsspirale und mindern die Attraktivität der Stadtzentren, wie Gerd Landsberg, der Hauptgeschäftsführer des Verbandes gegenüber der Dortmunder Zeitung »Ruhr Nachrichten« berichtet.

Länder sollen Öffnungszeiten flexibler regeln

Die Länder sollten den Kommunen einen besseren Entscheidungspielraum bei den Ladenöffnungszeiten einräumen. Das Shopping in der Innenstadt soll zu einem Einkaufserlebnis werden. Die Ladenöffnungszeiten sollten flexibler sein, vor allem in Hinblick auf die rund um die Uhr geöffneten Onlineshops, forderte Stefan Genth, der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland. Seiner Einschätzung nach werden bis 2020 wegen des Strukturwandels bis zu 50.000 Geschäfte vom Markt verschwinden. Besonders kleine und mittelständische Händler stehen durch die Konkurrenz des Onlinehandels verstärkt unter Druck.

Der Onlinehandel verzeichnet ein starkes Wachstum und wird dieses Jahr nach Angaben des Handelsverband Deutschland (HDE) einen Umsatz von 41,7 Milliarden Euro erwirtschaften. Im Vergleich zum Jahr 2014 würde dies einer Steigerung von 12 Prozent entsprechen. Der Einzelhandelsumsatz wird sich den Zahlen zufolge auf 469 Milliarden Euro belaufen. Im November und Dezember erzielt der Onlinehandel rund 25 Prozent seines Jahresumsatzes, während der Umsatzanteil für den stationären Handel bezogen auf die beiden genannten Monate bei 19 Prozent liegt.

Onlinehandel in Deutschland

Der Onlinehandel setzt die Ladengeschäfte unter einem enormen Druck und dabei vor allem bei den Preisen. Im Gegensatz zu den stationären Geschäften müssen die Betreiber von Onlineshops keine Ladenmiete zahlen und sparen Personalkosten. Wenn ein Onlineshop auf Dropshipping setzt, werden zusätzlich Lagerkosten eingespart, weil der Großhändler oder Hersteller den Versand zum Kunden übernimmt. Der Inhaber eines Ladengeschäfts sieht sich heute mit Kunden konfrontiert, welche gut informiert sind und Preise vergleichen. Der Preisvergleich veranlasst dazu Rabatte zu gewähren, damit der Kunde das gewünschte Produkte wie zum Beispiel einen Flachbildfernseher im Geschäft und nicht im Onlinehandel kauft.

Der stationäre Handel hat Vorteile gegenüber dem Onlinehandel und zwar die Nähe zum Kunden. Die Kunden profitieren von einer persönlichen Beratung, können das Produkt vor Ort ausprobieren und sich bei Problemen direkt an das Personal im Geschäft wenden anstatt eine Hotline anrufen zu müssen. Die Beratung und Serviceangebote müssen die Einzelhandelsgeschäfte verstärkt in den Mittelpunkt stellen, um gegen den flexibleren Onlinehandel bestehen zu können.

Der E-Commerce in Deutschland kann auf eine positive Entwicklung verweisen und profitiert unter anderem von der flächendeckenden Verfügbarkeit von Breitbandzugängen. Praktisch verfügt jeder Haushalt über mindestens einen Internetzugang, der ihm ermöglicht in Onlineshops einzukaufen.

Im Rahmen einer internationalen Studie von deals.com (http://www.deals.com/umfragen/e-commerce-studie-2015) in Zusammenarbeit mit dem Centre for Retail Research wurde der E-Commerce der zehn Ländern Deutschland, Frankreich, Italien, Kanada, Niederlande, Polen, Schweden, Spanien, Großbritannien und USA im Januar 2015 untersucht. Nach den ermittelten Zahlen kaufte 2014 mehr als jeder zweite Deutsche im Onlinehandel ein. Die Ausgaben für den Online-Einkauf belaufen sich auf 1054 Euro pro Kopf und damit zählen die deutschen Online-Käufer zu den kaufkräftigsten Onlineshoppern in Europa. Der Jahresumsatz des Onlinehandels belief sich 2014 auf 42,9 Milliarden Euro nach 34,3 Milliarden Euro im Vorjahr und soll bis Ende 2015 auf 52,8 Milliarden Euro steigen. Rund 40,7 Millionen Deutsche sind Onlineshopper und entspricht über 50 Prozent der Gesamtbevölkerung. Die Zahl der Verbraucher, die im Onlinehandel einkaufen, wird in den nächsten Jahren weiter steigen.

Die Städte und Kommunen müssen handeln, indem die Innenstädte attraktiver gestaltet, die Ladenöffnungszeiten flexibler gestaltet und die Fahrzeiten des öffentlichen Nahverkehrs verbessert werden. Die Verbesserung des ÖVPN würde dazu führen, dass auch weniger mobile Verbraucher zum Einkauf in die Innenstädte gelockt werden.

Bild: © Depositphotos.com / belchonock

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Über den Autor Andreas Kraemer

Andreas Krämer ist seit über 12 Jahren als Texter mit seinem Schreibbüro (www.sauerlandtext.de) aktiv. Er hat sich auf die Erstellung von Fachtexten, Blogbeiträgen, Newsartikeln und App-Testberichte für kommerzielle Webseitenbetreiber sowie Printmedien spezialisiert.

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