Weltweit mehr als 60 Millionen Menschen auf der Flucht » Reise Urlaub

Nach einer Schätzung des UN-Hilfswerks befinden sich dieses Jahr weltweit über 60 Millionen Menschen auf der Flucht und dies sei ein neuer Rekordwert. Die Ursachen für eine Flucht sind Kriege, Wirtschaftskrisen, Verfolgung und Gewalt. Der Krieg in Syrien ist den Angaben zufolge die Hauptursache für die Flüchtlingswelle. In Syrien herrscht Bürgerkrieg und das Land ist durch den IS bedroht.

UN-Hilfswerk rechnet mit neuen Höchststand

Das UN-Hilfswerk rechnet im Jahr 2015 mit einem neuen Höchststand von Menschen, die sich auf der Flucht befinden. Rund 59,5 Millionen Flüchtlinge wurden Ende 2014 gezählt und diese Zahl dürfte der Prognose nach in diesem Jahr deutlich übertroffen werden. Die Flüchtlingszahlen hatte das UNHCR im ersten Halbjahr 2015 vorgestellt und darauf basierend die künftigen Werte berechnet. In der Zeit von Ende 2014 bis Juni 2015 stieg die Zahl der Flüchtlinge um 700.000 auf 20,2 Millionen Personen. Das Heimatland verlassen sie wegen dort herrschender Gewalt und Verfolgung.

Auf der Flucht im eigenen Land befanden sich Mitte dieses Jahres rund 34 Millionen Menschen und das sind zwei Millionen Binnenflüchtlinge mehr als Ende 2014. Sie werden vom UN-Hilfswerk versorgt und geschützt. Nach Angaben des UNHCR sei die reale Anzahl der Binnenflüchtlinge jedoch erheblich höher. In den ersten sechs Monaten des aktuellen Jahres wurde ein rapider Anstieg bei den Asylsuchenden verzeichnet. Von allen Ländern habe Deutschland mit 159.000 Menschen die größte Zahl an Flüchtlingen aufgenommen.

Flüchtlingskrise, Ursachen und Kosten

Die Ursachen für die Flüchtlingskrise sind höchst unterschiedlich. In den meisten Fällen sind es Krieg, Gewalt und Verfolgung. In Ländern mit einer krisengeschüttelten Wirtschaft entscheiden sich zahlreiche Bürger für eine Flucht in wirtschaftlich sichere Staaten wie Deutschland, Frankreich, Österreich und weiteren Ländern Europas. Die Lösung der Flüchtlingskrise stellt vor allem die Europäische Union (EU) und ihre Mitgliedsstaaten vor einer Herausforderung.

Die Zahl der Flüchtlinge soll auf die EU-Staaten besser verteilt werden, doch dagegen wehren sich besonders die osteuropäischen Länder. Die Hauptlast der Flüchtlinge trägt derzeit Deutschland. In diesem Jahr rechnet die Bundesregierung mit 1 Million Flüchtlingen und das Ifo-Institut erwartet Kosten von 21,1 Milliarden Euro für 2015. Die berechneten Kosten beziehen sich auf eine Anzahl von 1,1 Millionen Flüchtlingen. Die bisherigen Flüchtlingskosten hatte das Ifo-Institut mit 10 Milliarden Euro für die ersten zwölf Monate und bezogen auf 800.000 Flüchtlinge angegeben.

Die Flüchtlingskosten setzen sich aus Unterbringung, Ernährung, Kitas, Deutschkurse, Ausbildung, Verwaltung und Schulen zusammen. Das Ifo-Institut hat die Bundesregierung dazu aufgefordert den Mindestlohn abzuschaffen, sowohl für die Flüchtlinge als auch für alle jungen Arbeitnehmer ohne Qualifikation.

Die Flüchtlinge sollten gleich eine Arbeit aufnehmen und gleichzeitig einen Deutschkurs belegen. In den Nachbarländern Syriens sei ein erheblicher Ausbau der Flüchtlingshilfen erforderlich, die Außengrenze des Schengen-Raumes gilt es dem Institut zufolge zu sichern und die Einreisekontrolle nach Deutschland zu verbessern.

Die Zahl der Flüchtlinge wird auf Grund der kalten Jahreszeit in den kommenden Monaten sinken. Die EU strebt einen gemeinsamen Grenzschutz an, um die Flüchtlingskrise einzudämmen. Der Grenzschutz soll bis Mitte 2016 umgesetzt werden. Täglich werden rund 4000 Flüchtlinge gezählt, die über die Türkei nach Griechenland einreisen.

Die türkische Regierung plant Gerüchten nach im Januar die Einführung der Visumpflicht syrischer Flüchtlinge, die aus Drittstaaten kommen. Bislang hat die Türkei über 2,5 Millionen Flüchtlinge aufgenommen und ist damit das wichtigste Transitland in die EU. Auf Basis dieser Fakten einigten sich die Türkei und die EU sowohl auf Visa-Erleichterungen für türkische Bürger als auch Milliardenhilfen. Als Gegenleistung erklärte sich Ankara dazu bereit, den Migranten-Zustrom einzudämmen.

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Über den Autor Andreas Kraemer

Andreas Krämer ist seit über 12 Jahren als Texter mit seinem Schreibbüro (www.sauerlandtext.de) aktiv. Er hat sich auf die Erstellung von Fachtexten, Blogbeiträgen, Newsartikeln und App-Testberichte für kommerzielle Webseitenbetreiber sowie Printmedien spezialisiert.

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