Im Stehen fliegen – sieht so die Zukunft aus?

Im Bus, in der Straßenbahn oder in der U-Bahn stehen zu müssen, ist keine Seltenheit, aber in einem Flugzeug? Das, was dem Anschein nach absurd klingt, kann die Zukunft des Fliegens sein. Stand-up-Flying nennt sich das, was nicht nur Ryanair schon seit 2012 in der Planung hat. Viele Airlines können sich vorstellen, auch Stehsitze zu verkaufen, um die Passagiere günstig zu transportieren. Sogar einzelne Unternehmen haben bereits großes Interesse an der neuen Version des Fliegens.

Weniger Platz im Flugzeug

Jede Fluggesellschaft möchte, dass ihre Maschinen ausgebucht sind, sie verdienen ihr Geld letztendlich nur mit vollen Flugzeugen. Aber der Platz in den Maschinen ist natürlich begrenzt. Einige Airlines, wie beispielsweise Ryanair, legen wenig Wert auf bequemes Sitzen im Flieger. Die Passagiere sitzen eng hintereinander und Beinfreiheit gibt es nicht. Da bekommt das Stand-up-Flying eine komplett andere Bedeutung, es passen mehr Passagiere in die Flugzeuge und die Tickets sind auch noch billiger. Während des Fluges lehnen die Fluggäste an den nicht sonderlich bequem aussehenden Stehhilfen. Wie im Sitzen, so stehen die Passagiere eng hintereinander, was für die Airlines natürlich noch rentabler ist. Ryanair hatte die Idee mit den Stehhilfen in Flugzeugen schon vor sieben Jahren. Es waren bereits Testflüge geplant, aber die Luftfahrtbehörde stoppte die Pläne des irischen Billigfliegers. Die Behörde hatte schwere Bedenken beim Thema Sicherheit, die Idee hat sich dessen ungeachtet, bis heute beharrlich gehalten.

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Reisen wie in der U-Bahn

Das italienische Unternehmen Aviointeriors stellt Sitze für Flugzeuge her und hat sich schon vor einigen Jahren intensiv mit dem Thema Stehplätze im Flieger beschäftigt. 2010 gab es die ersten Entwürfe und 2018 folgte dann die Stehsitzreihe „Skyrider 2.0“. Vielleicht kann ja die brandneue Version überzeugen? Das Design hat Aviointeriors überarbeitet und die Installation kommt jetzt ohne eine Stange aus, der Stehsitz hat Arm- und Beinlehnen wie ein klassischer Sitz im Flugzeug. Die „Sitzfläche“ hingegen erinnert an einen Sattel und der komplette Stehsitz braucht nicht mehr Platz als 58 Zentimeter. So lassen sich 20 Prozent mehr Fluggäste transportieren. Allerdings sinkt für die Passagiere der Komfort ganz außerordentlich. Der Sitz ist zwar nicht ganz so unbequem, wie es auf den ersten Blick erscheint. Aber die Flugreise ist wie eine Fahrt in der überfüllten U-Bahn ohne Sitzplatz.

Nur für Kurzstrecken

Der Stehplatz im Flieger ist wohl nur etwas für kurze Strecken. Kaum jemand kann sich vorstellen, wie es ist, im Stehen 22 Stunden nach Australien zu fliegen. Für Inlandsflüge sind die Stehplätze vielleicht keine so schlechte Idee, zumal das Ticket sehr günstig angeboten würde. Für Vielflieger, denen Komfort nicht so viel bedeutet, ist der Stehplatz ebenfalls eine gute Idee.

Fazit

Bis es Stehplätze im Flugzeug gibt, vergeht wahrscheinlich noch viel Zeit. Die Sicherheitsbedenken sind groß und die Behörden machen sich die Entscheidung nicht leicht. Für Menschen, die größer, kleiner, dicker oder schlanker als die Norm sind, wird das Fliegen im Stehen nicht infrage kommen. Es gibt jedoch schon heute Menschen, die durchaus Interesse daran haben, beim Fliegen zu stehen. Bei Airbus ist der Stehplatz kein Thema, das Unternehmen hat nicht vor, Sitze einzubauen, die weniger als 71 Zentimeter Platz benötigen.

Bild: © Depositphotos.com / william87

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz

Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.
Ulrike Dietz
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