So bitten viele Billigflieger ihre Kunden zur Kasse

Auf den ersten Blick sehen die Angebote der Billigflieger verlockend günstig aus. Auf den zweiten Blick wird jedoch schnell klar, dass die Billig-Airlines wahre Meister darin sind, zusätzliche Gebühren zu kassieren. Das gilt vor allem für die Billigflieger in den USA, die an den zusätzlichen Gebühren sehr gut verdienen. In Europa ändern die günstigen Airlines gerade das System, um noch mehr Zusatzgebühren verlangen zu können. Extra-Gebühren für Extra-Leistungen heißt es bei den Airlines und das wird für die Kunden schnell zur Kostenfalle.

Ein harter Wettbewerb

Viele Billigfluglinie sind Spezialisten, wenn es darum geht, Kostenfallen aufzustellen. Die Airlines begründen das mit einem sehr harten Wettbewerb, der bei den Preisen für die Tickets einfach keinen Spielraum mehr lässt. Extra-Gebühren sind ein bewährtes Mittel, um die Umsätze der Airlines zu steigern, die Rechnung zahlen stets die Passagiere. In den USA wird jedes Jahr eine Liste veröffentlicht, die aufführt, welche Airlines, sich welche Extras wie hoch bezahlen lassen. Zu diesen Extras gehören unter anderem die Auswahl des Sitzplatzes, warmes Essen, die Gepäckaufgabe und das unsinnige Priority Boarding. Mit dieser Extraleistung kann der Passagier sich das Recht erkaufen, als Erster den Flugsteig oder den Bus zu betreten, der ihn zur Maschine bringt. Da die amerikanischen Billigflieger die Extra-Gebühren praktisch erfunden haben, steht auch eine Fluglinie aus den USA an erster Stelle. Ganze 44,90 Dollar pro Person verlangt Spirit Airlines zusätzlich von seinen Passagieren.

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  • Christine A Döring
  • Herausgeber: International Travel Books

Die Gebühren der europäischen Billigflieger

Auch in Europa bitten die Billigflieger ihre Kunden zur Kasse. So verlangt die isländische Fluggesellschaft Wow Air an Extra-Gebühren knapp 44,- Euro. Die ungarische Wizz Air bringt es immerhin noch auf 27,44 Euro. Diese beiden Airlines gehören zu den Teuersten in Europa. Bedingt durch die hohen Nebenkosten ist es nicht weiter verwunderlich, wenn die Fluggesellschaften immer mehr von den Extra-Gebühren abhängig sind. Mittlerweile machen diese Gebühren bei einigen Airlines rund 47 Prozent des Umsatzes aus. Ryanair ist auf der Liste der Airlines mit den höchsten Nebenkosten nicht zu finden. Das liegt allerdings nicht daran, dass Ryanair keine Gebühren verlangt. Es sind vielmehr die Kunden, die auf die teuren Extras verzichten.

Wo sparen die Passagiere?

Am meisten versuchen die Passagiere bei der Gepäckaufnahme zu sparen. Das ist aber ein Posten, der richtig Geld einbringt, rund 60 Prozent des Nebenkostenumsatzes kommen aus der Gepäckaufgabe. Ryanair hat sich angepasst und verlangt statt wie bisher 35,- Euro nur noch 25,- Euro pro Gepäckstück. Dafür dürfen jedoch nur die Kunden, die Priority Boarding gebucht haben, Handgepäck mit an Bord der Maschine nehmen. Alle anderen müssen ihre Koffer am Check-in aufgeben. Das Gepäck fliegt dann kostenlos mit und die Passagiere müssen ihren Koffer selbst an der Gepäckausgabe abholen.

Fazit

Die meisten Geschäftsreisenden sind gute Kunden der Billigflieger. Sie achten nicht so sehr wie Privatreisende auf die Kosten und leisten sich viele Extras bei einer Flugreise, ohne zu überlegen. Geschäftsreisende ziehen den Komfort dem Sparen vor und sie sind auch bereit, höhere Preise für ein Ticket zu zahlen. Die Billigflieger kommen diesen Kunden gerne entgegen. Zu den Serviceleistungen für Geschäftskunden gehören eine schnellere Sicherheitsabfertigung sowie flexible Möglichkeiten bei der Umbuchung und ein privilegiertes Einsteigen.

Bild: © Depositphotos.com / Faithie

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz

Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.
Ulrike Dietz
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