Flüchtlingskrise bringt deutsche Wirtschaft in Schwung

Die Flüchtlingskrise wird nach Einschätzung erfahrener Wirtschaftsexperten stützend auf die deutsche Wirtschaft wirken. Der Grund sei die Versorgung der Flüchtlinge, weshalb von staatlicher Seite Milliardensummen in die Wirtschaft investieren würden. Wie Michael Hüther, der Chef des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) berichtet, seien die hohen Flüchtlingszahlen wie ein kleines Konjunkturprogramm. Der Staat würde erhebliche Milliardenbeträge zur Flüchtlingsversorgung investieren, wie er der Zeitung »Rheinische Post« mitteilte.

Es würden neue Arbeitsplätze im Inland entstehen und die innerdeutsche Wirtschaft ankurbeln. Die gleiche Einschätzung gegenüber der Zeitung ist Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Karter. Der Ökonom erwartet, dass das Wirtschaftswachstum in den Jahren 2015 und 2016 auf Grund der Flüchtlingskrise und den damit verbundenen Flüchtlingszahlen um ein paar Zehntelpunkte höher ausfallen wird. Die beiden Wirtschaftsexperten erwarten allerdings nur dann einen konjunkturellen Erfolg auf langfristiger Basis, wenn eine nach Möglichkeit hohe Zahl junger Flüchtlinge zuwandern und eine Arbeit aufnehmen würden.

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Die positiven wirtschaftlichen Effekte aus der Flüchtlingskrise würden sich dämpfend auf die negativen Auswirkungen aus dem Ausland entgegensetzen. Die chinesische Wirtschaft wächst langsamer als bislang, genauso wie die Konjunktur anderer Schwellenländer und wirkt sich schlecht auf die exportabhängige deutsche Wirtschaft aus. Die Politik fordert die Wirtschaft auf noch aktiver bei der Integration von Flüchtlingen zu werden. Von politischer Seite würden Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) zufolge bürokratische Hürden abgebaut, der Spracherwerb unterstützt, ausländische Qualifikationen und Schulabschlüsse anerkannt. Im September konnte sich die Bundesregierung im Bundeshaushalt auf eine Flüchtlingshilfe von drei Milliarden Euro einigen und sowohl die Kommunen als auch Länder sollen die gleiche Summe zur Bewältigung der Flüchtlingskrise erhalten.

Die Bundesregierung rechnet für dieses Jahr mit 800.000 bis 1 Million Flüchtlingen und bezifferte die Kosten für die Flüchtlingskrise auf zehn Milliarden Euro. Die Integration der Zuwanderer in den Arbeitsmarkt bedeutet eine Chance für alle Unternehmen, vor allem weil Fachkräfte fehlen. In Deutschland herrscht ein Fachkräftemangel, der auf Grund von Versäumnissen der Wirtschaft in der Vergangenheit sich nun voll auf die Zukunft auswirkt, wenn das Problem nicht gelöst werden sollte.

Bild: © Depositphotos.com / csakisti

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Andreas Kraemer

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